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Donnerstag, 21. Juni 2012

Urteil gegen Lebensmittelsupermarkt im Dorfgebiet

Das Urteil gegen den Bau einer Lebensmittelverkaufsstätte mit einer Verkaufsfläche von 800 qm ist nicht verallgemeinerbar, aber dennoch interessant für ländliche Regionen. Im Einzelfall kann ein nicht großflächiger Einzelhandelsbetrieb mit 800 qm Verkaufsfläche nach § 15 Abs. 1 SAtz 1 BauNVO in einem Dorfgebiet unzulässig sein, wenn dadurch die Dorfgebietsfestsetzung im Bebauungsplan funktionslos wird.

Donnerstag, 10. Mai 2012

Peak Car - kontra großflächigen Lebensmitteleinzelhandel

Foto: Klaus Steves
www.piqs.de
Zum Vergrößern Bild anklicken
Der großflächige Lebensmitteleinzelhandel baut bei der Versorgung der Bevölkerung auf autofahrende Kunden. Aber ist das Modell wirklich ein Zukunftsmodell oder nicht schon längst überholt?
Verhindert es nicht sogar eine zeitgemäße Nahversorgung in den Ortsteilen?

Die Zukunft des Autos scheint derzeit wenig rosig zu sein: „Mein Auto haut mir die Globalisierung jeden Morgen um die Ohren. Aufstieg der Schwellenländer, Boom in China und Indien, steigende Ölpreise,

Mittwoch, 11. April 2012

Herbeder Angebotsliste

Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Firma Storchmann haben eine eigene, kleine Kampagne gestartet und eine überraschende Resonanz bei den Kunden erhalten:
Kunden tragen ihre Wünsche, welche Geschäfte/Sortimente ihnen in Herbede fehlen, in Listen ein, die veröffentlicht werden, und die ergänzt und kommentiert werden können.

>>> Herbeder Angebotsliste

Freitag, 23. März 2012

Hat der Supermarkt im Dorf noch eine Zukunft?

Karl-Heinz Heinemann, Aktivist im Arbeitskreis Zentrumsentwicklung, Witten-Herbede, berichtet über die gestrige Veranstaltung der SPD in der Nachbarstadt Wetter zum Thema: "Hat der Supermarkt im Dorf noch eine Zukunft? Eine Gesprächsrunde zum Thema Einzelhandel und Demografie“.

Montag, 19. März 2012

Das Märchen von der Notwendigkeit eines neuen, großen Frischemarktes und Vollsortimenters

Der Rat soll am 27.03.2012 laut des gemeinsamen Beschlusses von SPD-, CDU-, Grünen- und WBG-Fraktion vom 15.03.2012 (Punkt 2 des Vorschlags) damit beauftragt werden,
"die zur Ansiedlung eines Frischemarktes (Lebensmittel-Vollsortimenter) auf der Fläche „ehem. Gerberschule“ erforderlichen Planverfahren auf den Weg zu bringen und dem Rat zum Beschluss vorzulegen (Beschlüsse zur vorbereitenden und verbindlichen Bauleitplanung)."
Als hätte Herbede keinen Frischemarkt oder Lebensmittel-Vollsortimenter! Aber den gibt es, mitten im Zentrum, auf einer ausreichend großen Verkaufsfläche von 700 Quadratmetern, die groß genug ist, um zusammen mit anderen Anbietern die Bevölkerung zu versorgen und auch  dem Wochenmarkt und anderen kleineren Anbietern in der Meesmannstraße eine Überlebenschance zu lassen.
Die Begriffe "Frischemarkt" und "Vollsortimenter" suggerieren den vielleicht ortsunkundigen Ratsmitgliedern, in Herbede gebe es nicht das volle Angebot an Lebensmitteln. Dies ist falsch. Ein PR-Trick der Supermarkt-Connection?

SPD verwendet PR-Begriffe der Konzerne im Beschlussvorschlag: "Frischemarkt" und "Vollsortimenter"

Im Beschlussvorschlag der SPD werden Begriffe verwendet, die von den Konzernen zu Werbezwecken genutzt werden, als Fachbegriffe für die Bezeichnung einer Betriebsform aber wenig taugen. So heißt es beispielsweise bei Edeka:
"Mit unseren unterschiedlichen Vertriebslinien richten wir uns in Konzept und Sortiment stets auf die Anforderungen und Kundenwünsche am jeweiligen Standort aus:
Der EDEKA aktiv markt bietet ein Lebensmittel-Vollsortiment auf einer Verkaufsfläche zwischen 400 und 1.000 qm. Charakteristisch sind servicebetonte Frische-Abteilungen."  (www.edeka.de
Aber auch die Filialen von Discountern, wie beispielsweise Netto Marken-Discount, die zum Edeka-Konzern gehören, profilieren sich  "u.a. durch ihr gut sortiertes Frische-Angebot". (www.edeka.de)

Auch der Begriff "Lebensmittel-Vollsortimenter" bezeichnet keine Betriebsform, die sich von der in der Meesmannstraße unterscheidet. Die fachlich korrekten Bezeichnungen für Betriebsformen im Lebensmitteleinzelhandel  sind "Lebensmittelmarkt", "Lebensmittelsupermarkt", "Discounter", "Verbrauchermarkt", "SB-Warenhaus". Auch Einrichtungs-, Textilkaufhäuser und Baumärkte sind für ihren Sortimentsbereich "Vollsortimenter".

Der Lebensmittelsupermarkt in der Meesmannstraße

Der Herbeder Lebensmittelsupermarkt in der Meesmannstraße bietet 700 Quadratmeter Verkaufsfläche, liegt also genau im Durchschnitt der Vekaufsflächen für sogenannte Edeka-Aktivmärkte - und ist natürlich ein Frischemarkt und Vollsortimenter!
Der Lebensmittelsupermarkt in Herbede bietet beides: Frischeabteilungen und das volle Sortiment, das gebraucht wird, um die Einwohner Herbedes angemessen zu versorgen. Der Standort in der Meesmannstraße erfüllt alle Bedingungen eines modernen Supermarktes.

Betriebswirtschaftlich gesehen kann dieser Supermarkt rentabel geführt werden, hat allerdings sichtbare Probleme, die sich jedoch mit geringem Aufwand beheben ließen und keinen Wechsel des Standortes erforderten. Dies hat übrigens auch das Gutachten von Stadt+Handel festgestellt, weshalb es sofort auf den außerordentlich erbitterten Widerstand der SPD- und CDU- Ortsvereine bzw. Fraktionen stieß. Das neutrale, von Einzelhandelsverband und IHK in Auftrag gegebene Gutachten hat die politische Absicht zur Ansiedlung eines großflächigen Lebensmitteleinzelhandelsbetriebs im Gerberviertel durch eine insgesamt positive Darstellung des Zentrums durchkreuzt, und soll offenbar aus diesem Grund nicht diskutiert werden, wie es der Bürgerkreis verlangt.

Warum wurden die Begriffe "Frischemarkt" und "Vollsortimenter" statt "Lebensmittelsupermarkt" gewählt?

Aus welchem Grund die fachlich nicht korrekten Begriffe "Frischemarkt" und "Vollsortimenter" statt "Lebensmittelsupermarkt" gewählt wurden, wissen wir nicht. Aus Nachlässigkeit? Aus Zufall? Aus Absicht?

Wir wissen allerdings, dass in Witten etwas (un)gehörig schief läuft. Sollte der Rat dem Vorschlag am 27.03.2012 folgen, werden die Bürger von ihrem demokratischen Recht, die Pläne der SPD-, CDU-, Grünen- und WBG-Fraktion durch ein Bürgerbegehren zum Scheitern zu bringen, Gebrauch machen müssen.

Welche Konsequenzen zieht der schlaue Politiker aus dieser Erkenntnis?

Samstag, 17. März 2012

Wer hat in Zukunft bei der Versorgung mit Lebensmitteln das Sagen?

Foodwatch hat einen neuen Report veröffentlicht: Report 2012, "Kinder Kaufen" (pdf). Er bietet neue Denkanstöße.
Mit millionenschweren Werbebudgets der Lebensmittelindustrie werden beispielsweise Kindern Produkte angedreht, die sie dick machen.

Donnerstag, 21. Juli 2011

Nahversorgung: Was wir brauchen

1. Brauchen wir das?
  • Wer braucht 25.000 Artikel zum Leben?
  • Wer braucht bis zu 10 verschiedene Sorten von einem Produkt?
  • Wer braucht 4 oder mehr Sorten für den „Allerwertesten“?
  • Wer braucht ca. 400 m unübersichtliche Laufwege, mehr als 1.500 qm Verkaufsfläche, mehr als 100 Stellplätze?
  • Wer braucht Lebensmittelprodukte, die um die halbe Welt fahren?
Die Hevener anscheinend nicht, denn sonst wäre ihr neuer LM-Super-Super-Markt nicht so leer.
Die Crengeldanzer wohl auch nicht, denn in ihrem Super-XL-Markt trifft man überwiegend Hevener, Langendreerer, übrige Wittener.
Die Stockumer wohl auch nur bedingt, denn dort sieht man auch viele Dortmunder.
Ob die Bommeraner ihren neuen Super-Super-Markt brauchen, obwohl sie ganz gut versorgt sind, wird sich zeigen. Oder braucht dieser wohl noch die Herbeder, die nicht in Heven einkaufen, damit der Laden läuft?
Kann es sein, dass die (Master)-Planer über die Nachfrage hinaus geplant haben in der Befürchtung, die Wittener Stadtteil-Bürger würden sonst verhungern?

2. Was wir nicht brauchen:
  • Wir brauchen keine weitere Zunahme immer größerer LM-Märkte an immer weniger Standorten mit immer mehr Autokunden;
  • Wir brauchen keine weitere Monopolisierung des LM-Einzelhandels
  • Wir brauchen keine (auch politischen) Steigbügelhalter der Kapitalmaximierung
  • Wir brauchen keinen LM Super-Super-Markt im Gerberviertel
3. Was wir brauchen:
  • Wir brauchen einen gesunden Mix aus Gastronomie, Dienstleistungen und Einzelhandel an der Meesmannstraße.
  • Wir brauchen einen LM- Markt als Magneten im Zentrum, der den kleinteiligen Einzelhandel berücksichtigt und stärkt.
  • Wir brauchen eine behutsame Entwicklung dessen was ist und dessen was noch werden kann (Potentiale).
  • Wir brauchen ökologische, regionale Produkte, d. h. wir brauchen ein Aufwerten der Nähe.
  • Wir brauchen Gewerbetreibende, die sich aktiv an der Entwicklung des Zentrums beteiligen und Stellung beziehen.
  • Wir brauchen eine Werbegemeinschaft, die eine konstruktive Entwicklung des Zentrums betreibt (s. Werbegemeinschaft Wetter) und sich nicht in „Megaereignissen“ erschöpft.
Fazit:
Was wir brauchen ist eine behutsame und unterstützende Zentrumsentwicklung und kein Klotzen am falschen Standort.

Cornelia Brommer