Freitag, 18. Mai 2012

NEIN! zur "Biosprit"-Lüge

Sie haben die Hoffnung nicht aufgegeben - die Biosprithersteller; sie rechnen mit steigenden Verkaufszahlen für den Biosprit. "Aus einigen Regionen werden bereits Marktanteile von bis zu einem Viertel für Super E10 berichtet", meldet der Bundesverband der Deutschen Bioethanolwirtschaft zufrieden. Dabei spiele der hohe Ölpreis ihnen in die Hände, berichtete das Manager Magazin Anfang April (Biosprit, Aufholjagd an der Tanksäule, manager-magazin.de, 04.04.2012).
Die Warnung vor der "Biosprit-Lüge" ist also keinesfalls überholt,
sagt das Umweltinstitut München e.V.: "Widerstand gegen Agrarkraftstoffe ist weiterhin notwendig!" (Mai 2012, Aktuell: Stellungnahmen der Minister zur Aktion)

Einer Studie des Londoner Instituts für europäische Umweltpolitik (IEEP) zufolge schadet der geplante Ausbau der Anbauflächen dem Klima mehr als die fossilen Energien, die Biosprit ersetzen soll. Als Folge würden Millionen Tonnen mehr an CO2 freigesetzt werden. (Biosprit erhöht die CO2-Belastung, manager-magazin.de, 07.11.2010)

Dies meint auch er Agrarwissenschaftler und Experte für Landwirtschaft bei Greenpeace: Abgesehen davon, dass die zunehmende Erzeugung von Agrarsprit aus öl- und zuckerhaltigen Ackerpflanzen das weltweite Angebot an Lebensmitteln verknappe und die Nahrungsmittelpreise in die Höhe steigen lasse, letztendlich Mitauslöser für Hunger in der Welt sei, sei Agrosprit auch ungeeignet, einen Beitrag zur Bekämpfung der globalen Erwärmung zu leisten. dies sei eine relativ neue Erkenntnis (Martin Hofstetter, Biosprit schadet nur, neues-deutschland, 18.05.2012):
"Dabei ist der Zusammenhang klar: Immer mehr Ackerflächen werden mit Pflanzen für die Kraftstoffproduktion bestellt. Da aber weltweit die Nachfrage nach Lebensmitteln nicht sinkt, sondern ebenfalls steigt, werden alle produktiven Böden bis an ihre Grenzen genutzt. Flächenstilllegungen sind passé, stattdessen werden Urwälder zu Äckern gemacht. Das aber schädigt das Klima massiv."

Das Umweltinstitut München fordert die Beendigung jedweder Förderung von Agrarkraftstoffen, weil sie energetisch ineffizient und klimaschädlich sind und den Aufbau nachhaltiger Mobilitätskonzepte und die Ausweitung einer ökologischen Landwirtschaft verhindern.

Sie können die Kampagne unterstützen und die Forderung nach einer Aufhebung des Beimischungszwangs für Agrarkraftstoffe unterschreiben, Bisher wurden 26825 Protestmails verschickt:

>>>  Aktion: NEIN! zur "Biosprit"-Lüge

Foto: Wolfgang Pfensig  / pixelio.de


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